LOGOS – Übersetzungen

Rudolf Steiner

Der Anfang des Johannes-Evangeliums

Übersetzung: Rudolf Steiner

Im Urbeginne war das Wort; und das Wort war bei Gott, und ein Gott war das Wort. Dieses war im Urbeginne bei Gott.
Alles ist durch dasselbe geworden; und außer durch dieses ist nichts von dem Entstandenen geworden.
In diesem war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen.
Und das Licht schien in die Finsternis, aber die Finsternis hat es nicht begriffen.
Es ward ein Mensch, gesandt von Gott, mit seinem Namen Johannes.
Dieser kam zum Zeugnis, auf daß er Zeugnis ablege von dem Licht, auf daß durch ihn alle glauben sollten.
Er war nicht das Licht, sondern ein Zeuge des Lichtes.
Denn das wahre Licht, das alle Menschen erleuchtet, sollte in die Welt kommen.
Es war in der Welt, und die Welt ist durch es geworden, aber die Welt hat es nicht erkannt.
In die einzelnen Menschen kam es; aber die einzelnen Menschen nahmen es nicht auf.
Die es aber aufnahmen, die konnten sich durch ihn als Gottes Kinder offenbaren.
Die seinem Namen vertrauten, sind nicht aus Blut, nicht aus dem Willen des Fleisches, und nicht aus menschlichem Willen, sondern aus Gott geworden.
Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnet, und wir haben seine Lehre gehört; die Lehre von dem einzigen Sohn des Vaters, erfüllt von Hingabe und Wahrheit.
Johannes leget Zeugnis für ihn ab und verkündet deutlich: Dieser war es, von dem ich sagte: Nach mir wird derjenige kommen, der vor mir gewesen ist. Denn er ist mein Vorgänger.
Denn aus dessen Fülle haben wir alle genommen Gnade über Gnade.
Denn das Gesetz ist durch Moses gegeben, die Gnade und die Wahrheit aber ist durch Jesus Christus entstanden.
Gott hat niemand bisher mit Augen geschaut, der eingeborene Sohn, welcher im Innern des Weltenvaters war, er ist der Führer in diesem Schauen geworden.

Friedolin Stier

Die Heilbotschaft durch Johannes

Übersetzung: Fridolin Stier

Im Uranfang war Er, das Wort,
Und Er, das Wort, war bei Gott,
Und Gott war Er, das Wort.
Der war im Uranfang bei Gott.
Alles ist durch Ihn geworden,
und ohne Ihn geworden ist nicht eines.
Was geworden,
war Leben in Ihm.
Und das Leben war das Licht der Menschen.
Und das Licht scheint in der Finsternis.
Und die Finsternis ergriff es nicht.
Ein Mensch ward – gesandt von Gott –
sein Name: Johannes.
Der kam zur Zeugenschaft,
um zu zeugen für das Licht,
auf dass alle glaubend würden durch ihn.
Nicht jener war das Licht,
sondern: zeugen sollte er für das Licht.
Er war das wahre Licht, das erleuchtet jeden Menschen-
kommend in die Welt.
In der Welt war Er,
und die Welt ward durch Ihn.
Und die Welt erkannte Ihn nicht.
In sein Eigentum kam Er,
und die Eigenen nahmen Ihn nicht auf.
Doch die Ihn angenommen
Ihnen hat er Vollmacht gegeben.
Kinder Gottes zu werden –
den an Seinen Namen Glaubenden:
Die nicht aus dem Geblüt,
und nicht aus Fleisches Willen
und nicht aus Mannes Willen,
sondern aus Gott sind gezeugt.
Und Er, das Wort, ward Fleisch,
zeltend unter uns.
Und wir schauten seine Herrlichkeit,
Herrlichkeit als des Einzigen vom Vater her,
voll Gnade und Wahrheit.
Johannes zeugt für ihn.
Und so schrie er auf und sagte:
Der wars, von dem ich gesprochen:
Der nach mir kommt, steht mir voran,
weil er eher war als ich.
Denn: Aus seiner Fülle nahmen wir alle: Gnade um Gnade.
Denn: Das Gesetz ward durch Mose gegeben,
die Gnade und die Wahrheit geschah durch Jesus den Messias.
Gott hat keiner je gesehen –
der einzige Sohn,
der im Schoßdes Vaters west:
Er hat berichtet.

Emil Bock

Das Johannesevangelium – Der Prolog

Übersetzung: Emil Bock

Im Urbeginne war das Wort, und das Wort war bei Gott, und ein göttliches Wesen war das Wort.
Dieses war im Urbeginne bei Gott.
Durch es sind alle Dinge geworden, und nichts von allem Entstandenen ist anders als durch das Wort geworden.
In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen.
Und das Licht scheint in der Finsternis; aber die Finsternis hat es nicht aufgenommen.
Es kam ein Mensch, von Gott war er gesandt, sein Name war Johannes.
Er kam um Zeugnis abzulegen.
Er sollte von dem Lichte zeugen und so in allen Herzen den Glauben erwecken.
Er war nicht selbst das Licht, er sollte ein Zeuge des Lichtes sein.
Das wahre Licht, das alle Menschen erleuchtet, sollte in die Welt kommen.
Er war in der Welt, denn die Welt ist durch es geworden, aber die Welt hat es nicht erkannt.
Zu den Ich-Menschen kam es, aber die Ich-Menschen nahmen es nicht auf.
Allen aber, die es aufnahmen, gab es die freie Kraft, Gotteskinder zu werden.
Das sind die, die vertrauensvoll seine Kraft in sich aufnehmen.
Sie empfangen ihr Leben nicht aus dem Blute, auch nicht aus dem Willen des Fleisches und nicht aus menschlichem Willen; denn sie sind aus Gott geboren.
Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt.
Und wir haben seine Offenbarung geschaut, die Offenbarung des eingeborenen Sohnes des Vaters, erfüllt von Hingabe und Wahrheit.

Elsbeth Weymann

Johannesevangelium – Prolog

Übersetzung: Elsbeth Weymann

Im Innenraum der Urkräfte war und ist wirkend der Logos,
und der Logos ist in Bewegung auf den Gott hin,
und ein göttliches Wesen ist der Logos,
dieser ist in Bewegung auf den Gott hin.
Alles ist durch Ihn geworden
und ohne Ihn ist auch nicht ein Einzelnen geworden.
Was geworden ist, in Ihm war und ist es Leben
und das Leben ist das Licht der Menschen,
und das Licht scheint im Innern der Finsternis
und die Finsternis hat es nicht überwältigt.
Ein Mensch ward,
ausgesandt von der Gotteswelt,
dem wurde der Name Johannes.
Dieser kam zum Zeugnis,
dass er zeuge von dem Licht,
damit alle durch ihn glauben.
Nicht war dieser das Licht,
sondern dass er zeuge von dem Licht.
Er war und ist das Licht, das offenbare,
das jeden Menschen erleuchtet,
in die Welt gekommen.
In der Welt ist Er
und die Welt hat IHN nicht erkannt.
In das Seine kam und kommt Er,
und die Seinen nahmen IHN nicht auf.
Die IHN aber aufnehmen,
denen gibt er die Kraft
aus Gott geborene zu werden–
denen, die sich empor-entfalten, in seinen Namen hinein,
die nicht aus dem Blut,
nicht dem Willen des Leibes
und nicht aus dem Willen des Mannes,
sondern aus Gott geboren sind.
Und der Logos ist Leib geworden
und hat in uns sein Zelt aufgeschlagen
und wir haben seine Offenbarung-Herrlichkeit geschaut,
eine Offenbarung als die des ein-geborenen Sohnes vom Vater,
voller Gnade und Wahrheit.